Dienstag, 8. Juni 2010

Mein Kind und sein Fahrrad

Meine Große Kleine ist ja jetzt in der 4. Grundschulklasse. Anfang des Schuljahres stand planmäßig die Fahrradprüfung an. So weit so gut...
Nun ist mein Sonnenkind eher eine Büchermaus als eine die ständig in Bewegung sein muss. Sie hat ihr Fahrrad beispielsweise bestimmt 1 Jahr lang bergab geschoben weil sie den Bremsen nicht getraut hat. Umso begeisterter war ich als sie mir Anfang Mai verkündete, ab sofort mit dem Rad zur Schule fahren zu wollen. Wir haben dann den Schulweg am Wochenende geübt, ihr eingeschärft auf dem Bürgersteig zu fahren, haben geübt mit dem Tornister auf dem Rücken Rad zu fahren und haben dann unser Kind bangen Herzens aber frohen Mutes auf den Schulweg geschickt. Alles funktionierte prächtig. Sie war glücklich über ihren erweiterten Aktionsradius (denn was man morgens zur Schule darf, darf man auch nachmittags zur Freundin) und probierte sich und ihre Fähigkeiten aus. So soll es ja auch sein, dachten wir. Die halbe Woche war vergangen und meine Tochter sagte mir mittags beim Essen, sie dürfe nicht mehr mit dem Rad zur Schule kommen. Auf meine Nachfrage hin kam heraus, dass ihre Klassenlehrerin das gesagt hatte. Natürlich habe ich bei der Schule nachgefragt und bekam zu hören: Das habe seine Richtigkeit es würde nicht so gerne gesehen, dass die Kinder mit dem Rad zur Schule kämen. Wohlbemerkt: Die Fahrradprüfung ist absolviert. Kind hat ein Schreiben auf dem steht, dass sie jetzt Fahrrad fahren kann und darf. Die Begründung der Schule für die Ablehnung war folgende: Die Kinder seien noch nicht so sicher auf dem Rad, deshalb sollten sie nicht damit zur Schule kommen. HALLO??
Ich kann doch nicht erst den Kindern eine bestimmte Kompetenz zubilligen und bescheinigen lassen und sie ihnen dann wieder wegnehmen. Was für ein Signal sende ich denn damit aus? Und wo bitte sollen sich die Kinder denn die - zugegebenermaßen - notwendige Routine im Radfahren holen? Einmal die Woche beim sonntäglichen Radausflug mit den Eltern?
Ist das Fahrrad heutzutage nur noch Sportgerät und nicht mehr Transportmittel? Ich finde NEIN und sollte es auch nicht sein. Ich bekomme zuviel wenn ich heute Menschen sehe, die ihre Räder auf das Auto packen um irgendwo hin zu fahren um dort dann Fahrrad zu fahren. Ich gehöre noch zu den Menschen, die das Fahrrad benutzt haben um irgendwo hin zu kommen und dort dann etwas anderes zu tun. Dieses Lebensgefühl, diese Unabhängigkeit, in frühen Jahren, habe ich sehr genossen und möchte ich auch meiner Tochter nicht nehmen. Und wenn es der Schule noch tausendmal nicht gefällt, sie fährt weiter mit dem Rad zum Unterricht und wächst ein Stück daran.

Alles Gute
Susanne

1 Kommentar:

  1. pfffft. wie oberblöd ist denn bitteschön sowas?
    Mannomann.
    Demnächst musst du sie dann bitte wieder zur schule bringen. am besten gleich mit dem auto von tür zu tür. um nur ja nicht zu viel eigenständigkeit beim kind zu fördern.
    *kopfschüttel*

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