Dienstag, 7. Juli 2009

Töchter

Ich habe eine Tochter. ich liebe sie sehr und verbringe gerne meine Zeit mit ihr. Manchmal aber wünsche ich mir das Leben das ich vor ihrer Geburt hatte zurück. Bin ich deshalb eine schlechte Mutter? Ich denke nein. Manches war einfacher vor ihrer Geburt. Ich war ausgeglichener und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Heute gleiche ich manchmal einem Nervenbündel, das ich nicht ausstehen kann. Sie bringt mit Leichtigkeit meine schlechtesten Seiten zum Vorschein.
Sie ist aber auch ein Spiegel meiner selbst. Ich sehe ihre Zweifel und erinnere mich an meine. Ich spüre ihre Sorgen und erinnere mich daran wie das war. Ich stehe hilflos da und weiß ich kann nichts weiter tun als ihr Rückhalt zu geben. Einen sicheren Grund auf den sie sich zurückziehen kann. Vielleicht erleidet sie dann nicht die gleichen Blessuren wie ich.
Ich sehe aber auch ihre eigene Art mit den Dingen umzugehen. Mit Erstaunen nehme ich wahr wie selbstbewußt sie manche Situation meistert und es wird mir leichter ums Herz. Das macht mir klar wie unterschiedlich sie trotz allem zu mir ist. Wir sind uns ähnlich, ja, aber sie ist auch ein Individuum, das sich selbst gehört und eigene Stärken und Schwächen hat.
Ich wünsche mir, dass ich das nie vergesse.

1 Kommentar:

  1. mensc susanne. nun hab ich das schon ungefähr 12 mal gelesen. und kanns ein stück weit nachvollziehen, wenn auch mit einer ganz andeen eigenen gescichte. aber die grundgefühle und gedanken sind arg ähnlich.
    auch wenn ich mir die zeit vor ihrer geburt nicht zurückwünsche; wenn auch eher zufälligerweise fiel die zeit in der sie sich auf den weg zu uns machte in die zeit, in der mich erdete, wieder ankam in einem leben, was es auch wert war, leben genannt zu werden und nicht nur überleben.
    das herauskitzeln der schlechten seitn, das kann meine auch. all zu gut, weil wir uns so sehr ähneln vermutlich. und genau da setzts wiederum an: die sorge darum, wie sie durchs leben gehen wird, gerade weil sie mir so ähnlich ist. kann ich ihr den rückhalt bieten, den SIE braucht? und auch hilflosigkeit, weil ich zwar manches sehe, aber dennoch wenig tun kann.
    ja, sie wird ihren weng gehen, weil sie eben sie ist und nicht ich. das ist spannend, das wird spannend sein und bleiben. aber eben auch voller sorge, sorge, die es niemals geben würde, wenn es sie nicht gäbe. aber all das gute, das gäbe es eben auch nicht...

    ein roman :-)

    schreib mehr, hier an deinem küchentisch!
    LG!

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